Die Geschichte des britischen Sportwagenherstellers Lotus beginnt relativ spät, mit einem dafür umso jüngeren Firmengründer. Anthony Colin Bruce Chapman fängt 1947 an, Modelle von Austin, nach seinen Vorstellungen zu verändern, zu der Zeit ist er gerade einmal 19 Jahre alt und Student.
Chapman baut in Folge mehrere Modelle auf Basis des Austin Seven für den Renneinsatz um. 1952 ist es dann soweit, aufgrund seiner ausgezeichneten Arbeit und der damit verbundenen gestiegenen Nachfrage gründet Chapman 1952 seine eigene Firma in Hornsey, die Lotus Engineering Company.
Das erste, als Bausatz in Serie gefertigte Fahrzeug ist der Lotus 6, das zweite Modell, der Lotus Super Seven wird noch bis heute in Lizenz von der Firma Caterham in Kleinserie gebaut und konnte im Renneinsatz überzeugen durch den Gewinn des 24 Stunden Rennen von Le Mans.

1957 wird das erste geschlossene Modell durch Chapman und die Ingenieure Frank Costin und Paul Haussauer, der Lotus Elite entwickelt.
Haussauer gründete nach seinem Ausstieg bei Lotus seine eigene Firma, die Clan Motor Company, die sich auf die Fertigung von so genannten kit-cars spezialisierte. Dadurch, das Chapman nicht genug Geld für Stahlpressen aufbringen kann fällt die Entscheidung, die Karosserie aus Fiberglas zu fertigen. Englands erstes Serienfahrzeug mit einer selbsttragenden Fiberglaskarosserie wird geboren. Ein angenehmer Nebeneffekt dieser Sparmaßnahme ist, der Lotus Elite kann durch die massive Gewichtseinsparung als Rennfahrzeug eingesetzt werden.
Kommerziell kommt der Durchbruch allerdings erst mit dem Lotus Elan von 1962. Er wird für die junge Autofirma das erfolgreichste Modell werden.
Danach kommen noch weitere erfolgreiche Modelle wie der Lotus Elise und Exige, die Erfolge wie der Elan können sie jedoch nicht erzielen.
1958 steigt Lotus in den Motorsport ein, 1960 in die Formel 1. Durch Leichtbau, dank der Erfahrungen mit dem Lotus Elite, und einer Vielzahl zukunftsweisender Technologien kann Lotus von Anfang an Erfolge einfahren. Bekannte Formel 1 Piloten, wie Mika Hakkinen, Ayrton Senna, Nigel Mansell verhelfen Lotus zu Siegen und Konstrukteurstitel, die konsequente Leichtbauweise und die technischen Innovationen fordern allerdings auch ihren Tribut, der deutsche Formel 1 Pilot Jochen Rindt verunglückt auf Lotus tödlich.
1975 beginnt Chapman die Zusammenarbeit mit DeLorean und gerät dadurch in einen Strudel, der Ihn und seine Firma verschlingen wird. Als Mitkonstrukteur des De Lorean DMC 12, der sich als finanzielles Fiasko herrausstellt, wird er der Steuerhinterziehung in Millionenhöhe bezichtigt. Veruntreute Gelder werden auf Briefkastenfirmen in Panama umgeleitet. Über den Tod von Chapman 1982, halten sich lange Gerüchte, dass dieser nur fingiert gewesen wäre, und er ein ruhiges Leben inkognito in Lateinamerika genießen würde.
1985, drei Jahre nach dem Tod des Firmengründers von Lotus, Anthony Colin Bruce Chapman, übernimmt General Motors die Mehrheitsanteile. 1994 muss Lotus, Konkurs anmelden und wird 1996 von dem malaysischen Automobilhersteller Proton in der Mehrheit übernommen. 2003 besitzt Proton dann den britischen Sportwagenhersteller komplett.