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L wie Lanchester - Aktualisiert 150407

Lanchester Motor Company // Zur Übersicht Autolexikon

Die Lanchester Motor Company wurde 1895 von dem begnadeten Ingenieur Frederick Lanchester gemeinsam mit seinen zwei Brüdern, in Birmingham, England gegründet. Lanchester sollte bis zu seiner Übernahme als eine Pionierfirma des britischen Automobilbaus gelten.

Schon 1895 wurde das erste Modell, der Lanchester Five mit einem Einzylinder Motor als Antrieb entwickelt, 1896 der Lanchester Eight, mit einem Zweizylinder Motor und 3500 ccm Hubraum, beide Modelle mit Luftkühlung. Die Produktion begann allerdings erste 1900 mit dem Nachfolger Lanchester Ten, der auch luftgekühlt seine Kraft aus einem Motor mit vier Liter Hubraum schöpfte und bis 1904 produziert wurde.

Schon 1902 bot Lanchester den ersten wassergekühlten Motor an und nur zwei Jahre später wurde der erste Vierzylinder verbaut. Ähnlich den Modellen von Benz & Cie. aus Deutschland begann auch die Lanchester Motor Company ab Beginn mit der Entwicklung von richtigen Automobilen, ohne den Trend dieser Zeit mit zugehen, Kutschen umzubauen.

Ein Lanchester Forty und das Logo

Generell war die schöpferische Kraft, vor allem durch durch Frederick Lanchester so stark, dass neue Modelle Schlag auf Schlag entwickelt wurden. Die meisten davon waren Mittelklassemodelle, lediglich der Thirty und der Forty, die allerdings auch nur knapp 10 Jahre hergestellt wurden, sorgten für ein besseres Image durch die Platzierung in der Luxusklasse. Beide machten renommierten Firmen dieses Segmentes, wie Rolls- Royce, Konkurrenz. Der Nachteil war der äußerst schleppende Verkauf und die damit verbundene geringe Marge, die diese Modelle erwirtschafteten.

Die Weltwirtschaftskrise, die sich schon ankündigte, sorgte für eine weitere Erschwerung des Verkaufs. Der Genickbruch für die Pionierfirma sollte auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise kommen, als die Banken, die den finanziellen Rückhalt darstellten, ihre Zusammenarbeit kurzfristig aufkündigten. Somit waren die Alternativen für Lanchester relativ gering, eine Fusion war der einzige Weg, diese Marke vor dem Aus zu bewahren.

Dadurch das Lanchester allerdings in der Kürze der Zeit keinen Partner für eine Fusion fand, gab es zur Rettung nur noch einen Möglichkeit. Die Edelmarke Daimler England, Lieferant des Fuhrparkes für das britische Königshaus übernahm Lanchester und ab diesem Zeitpunkt gehörte die Eigenständigkeit der Vergangenheit an. Daimler England, die später vom BSA Konsortium geschluckt wurden, vermarkteten ihre preisgünstigeren Modelle als Lanchester. BSA, ebenfalls in Birmingham ansässig vermarktete das Label Lanchester dann noch bis Mitte der 50er Jahre. Ab diesem Zeitpunkt gingen die Namensrechte zu Jaguar über, die das Label allerdings nie wieder benutzten.


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