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E wie EMW - Aktualisiert 180307

Eisenacher Motorenwerke // Zur Übersicht Autolexikon

Die Geschichte der Eisenacher Motorenwerke beginnt eigentlich schon 1895 durch die Gründung der Fahrzeugfabrik Eisenach, kurz FFE. Diese Geschichte ist jedoch zu umfangreich und auch zu interessant, um an dieser Stelle erzählt zu werden, der obige Link führt (in Kürze) zu FFE.

Der zweite Weltkrieg ist zu Ende und die Werkhallen der ehemaligen BMW Werke in Eisenach liegen zu einem Großteil in Trümmern. Sicherlich wären auch an diesem Standort wieder Fahrzeuge mit dem Propeller als Logo gefertigt worden, die Geschichte schrieb aber einen anderen Weg vor. Nachdem die amerikanische Besatzungsmacht bis Juli 1945 die Hoheit über das Gebiet an der Wartburg hatte, übernahm nach der Ausübung des Potsdamer Abkommens die Sowjetunion die Verwaltung.

  

Die SMAD, Sowjetische Militäradministration in Deutschland, hob durch den Befehl 93 die vorgesehene Demontage des zu Kriegszeiten als Rüstungslieferant der deutschen Wehrmacht eingesetzten BMW Werkes auf, enteignete es und gliederte es der sowjetischen Aktiengesellschaft Awtowelo bei.

Kurz nach dem verheerenden Krieg war der Bedarf an Automobilen zwar da, jedoch wurden vorerst, da sich zu dieser Zeit niemand einen PKW leisten konnte, Aluminiumgeschirr und Pferdefuhrwerke gefertigt.

Danach begann man, nachdem die ausgebombten Fabriken wieder einigermaßen hergestellt waren, Vorkriegsmodelle von BMW herzustellen. Den Anfang machte das zweitürige Modell 321, ausgestattet mit einem knapp 2000 ccm Sechszylinder Viertaktmotor mit 45 PS und Motorrädern des Typs R 35. Die Produktion lief recht schnell wieder an, so dass 1948 schon fast 3000 Motorräder und 2500 PKW des Typs BMW 340 das Werk verließen. Dieser und das Nachfolgemodell BMW 340-2 wurden bis zum Produktionsende 1956 mehr als 25.000 mal hergestellt.

Der EMW 340 und das Logo

Ab 1951 wurde die Verwendung des Namens BMW durch die Bayerischen Motorenwerke gerichtlich untersagt und alle Modelle liefen nur noch unter der Bezeichnung EMW für Eisenacher Motorenwerke. Ein Jahr später wurde die Verwaltung durch Awtowelo abgegeben und die Regierung der DDR benannte das Werk erst um in EMW, um dann 1953 die endgültige Bezeichnung VEB Automobilwerke Eisenach, kurz AWE, zu benennen.

Zu dieser Zeit wurde die Produktion der Sechzylinder Modelle durch das Politbüro der DDR als zu kapitalistisch eingestuft und die Produktion stark gedrosselt. Auf Weisung hin wurde ein neues Modell für die Fertigung vorbereitet, erstmalig in Eisenach ein PKW mit einem Zweitakt Motor, der aus 900 ccm ca. 30 PS Leistung erbrachte. Als eine hohe Leistung der Ingenieure im Dienste des Volkes vermarktet, war dieses Modell F9 ein Nachbau eines Vorkriegsmodells von DKW.

Die Geschichte der Eisenacher Motorenwerke ist hier schon wieder zu Ende und die der VEB Automobilwerke Eisenach können sie (in Kürze) auch hier nachlesen.

Der EMW Weltrekordler

Ein Sonderpunkt sollte allerdings nicht unerwähnt bleiben. Die Beziehungen zum Motorsport waren, zumindest zu Beginn der DDR relativ gut, und so verwundert es auch wenig, das die Eisenacher 1954 auf der Autobahn bei Dessau mit einem stromlinienförmigen Rennwagen einen Geschwindigkeitsweltrekord einfahren konnten.


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