Bekannt als Treibstoff für Verbrennungsmotoren ist Gas schon lange. Schon bevor der Erfinder des Ottomotors, Nikolaus August Otto um 1862, den heute in dieser Grundform dominierenden Antrieb etablierte, wurde der Gasmotor, auf den sich die Entwicklung des Ottomotors stützte, 1860 der Öffentlichkeit vorgestellt.
Jean Joseph Étienne Lenoir, der Schöpfer dieses Gasmotors, legte schon drei Jahre später mit einem Straßenfahrzeug, angetrieben durch seinen Gasmotor die Strecke von Paris nach Joinville- le- Pont in etwa drei Stunden zurück. Das verwendete Gas zu dieser Zeit war Leucht- oder auch Wassergas, bekannt seit 1816.
Aus verschiedenen Gründen konnte sich der mit Gas betriebene Verbrennungsmotor jedoch nicht durchsetzen. Lange Zeit wurde es still um diese Entwicklung. Erst ab den 70er Jahren fand diese Lösung, beginnend in Italien wieder eine weite Verbreitung.
Das heutige Autogas ist Flüssiggas, auch bekannt unter LPG - Abkürzung für Liquefied Petroleum Gas, zum Beispiel Butan oder Propan. Flüssiggas entsteht als Nebenprodukt bei der Gewinnung und Raffination von Erdöl und Erdgas. Großer Vorteil von Flüssiggas ist, das das Gas schon ab einem geringen Druck von 8 bar den Aggregatzustand von Gasförmig zu Flüssig wechselt. Damit verbunden ist eine Verringerung seines Volumens auf ein 260stel seines Ausgangvolumens. Autogas ist geruchsneutral, ungiftig und farblos. Im Nutzsektor wird, um Leckagen besser erkennen zu können, eine Einfärbung erzwungen.
Grundsätzlich kann jeder Ottomotor auf die Verbrennung von Autogas umgebaut werden, die Kosten dafür müssen Modellabhängig beginnend mit 1500 € eingeplant werden. Im Prinzip kommt damit auch hier die Hybridtechnologie zum tragen, das Fahrzeug kann mit beiden Treibstoffen, wobei selbst während der Fahrt umgestellt werden kann, betrieben werden, die so genannte bivalente Art der Umrüstung. Auch eine monovalente Umrüstung ist möglich, mehr Vorteile sind jedoch in der ersten Variante gegeben. Zu beachten ist bei der Umrüstung, dass die Herstellergarantie davon nicht betroffen wird.
Amortisiert hat sich der Umbau bei einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 km schon nach cirka 4 Jahren durch die Einsparungen bei den Betriebskosten. So gesehen bekommt nach dem Umbau der Begriff Gas geben endlich eine Bedeutung. Auch in Bezug auf die Steuereinsparung wurde im Juni 2006 der Beschluss gefasst, die steuerlichen Vergünstigungen, die 2009 auslaufen sollten, bis 2018 zu verlängern. Damit spart ein Autogasbetriebenes Fahrzeug momentan im Vergleich zum Diesel 30 Prozent und zum reinen Benziner bis zu 50 Prozent an Kraftstoffkosten. Nicht nur dem Geldbeutel, auch der Umwelt geht es dadurch besser, eine Verminderung der Schadstoffe zwischen 20 bis 80 Prozent sprechen eine deutliche Sprache. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil bei einer Nachrüstung ist auch eine Vergrößerung der Reichweite um bis auf das Doppelte, so dass man auch längere Strecken beruhigt angehen kann.
Hiermit können die vom Hersteller angebotenen reinen Autogasfahrzeuge nicht punkten. Hier liegt der Vorteil klar bei der Kostenersparnis und der optimalen Anpassung auf diesen Treibstoff. Aktuell sind es allerdings wenige Hersteller, die serienmäßig ein Autogas betriebenes Modell im Angebot haben. Darunter zählen zum Beispiel Subaru, Chevrolet und Lada.
Selbst das Tankstellennetz, bei Alternativen Antrieben meist ein Sorgenkind, ist jetzt schon recht engmaschig und wird sukzessive weiter ausgebaut, so das in Deutschland cirka 1700 Tankstellen Autogas im Angebot haben.
Umweltschutz:
Serienreife:
Kostenfaktor:
Das Wissen über die einzelnen Arten der Alternativen Antriebe, Vor- und Nachteile, die Verbreitung sowie etwas über die benötigten Ressourcen gibt es hier im Überblick.